Schokolade III

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Schokolade III




 

Produkte aus Schokolade und Kuvertüre

 
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Trüffel Sortiment mit 23 Karat Gold
 

Trüffel-Pralinen



Pralinen Schokoladen ( Tafeln zum direkten Verzehr wie auch Kuvertüren ) mit hohen Ansprüchen an Reinheit und Qualität des verwendeten Kakaos (oft nach Herkunft sortiert) werden von Produzenten in vielen Ländern hergestellt. Eine der letzten Varianten sind Schokoladen, denen in die Grundmasse Aroma Stoffe und scharfe Gewürze wie beispielsweise Chili, Zimt, Schwarzer Pfeffer oder sogar Thymian beigemengt wurden. Luft-Schokolade ist eine Sonderform, die zahlreiche kleine Gasblasen enthält.

Schokolade wird aber nicht nur pur (als Tafel) genossen, sondern ist Ausgangsbasis für und Pralinen und Konfekt (z. B. Trüffel-, Nougat-, Marzipan- oder andere Pralinen). Chocolatiers schätzen die feinen Kuvertüren mit hohem Kakao-Butteranteil und ausgewählten Edelkakaos (couvert: „ überzogen / umhüllt “). Es gibt tausende Kombinationen, am bekanntesten dürften die Champagner-Sahne-Trüffel sein, die viele kleinere Spezialisten anbieten. Eine „knackige“ Schokolade, eine „cremige“ Füllung mit „zartem“ Schmelz und wenig Zucker, dafür Sahne und frische Butter, sind einige der qualitätsbestimmenden Merkmale. Hochwertige (und allgemein bekannte industrielle) Hersteller finden sich in der Schweiz, in Belgien, aber auch in Deutschland und neuerdings auch in Österreich sowie osteuropäischen Ländern. Qualitativ besonders gut können naturgemäß nur tagesfrisch verkaufte Pralinen sein, die man in vielen Confiserien und guten Konditoreien erhält.

Die Produkte sind begrenzt haltbar und aufgrund des hohen Fettanteils relativ wärme empfindlich. Man unterscheidet Konsum Produkte von Premium Produkten, daher ist der Preis sehr unterschiedlich. Die bekannteste Form sind die „Geigelten“ Trüffel – runde Kugeln mit kleinen Stacheln – die an die bekannten Erdtrüffel erinnern. Es gibt auch Seife und Creme, die nach Schokolade riechen.
 
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Schokolade mit 23 Karat Gold
 

Schokolade und Gesundheit



Zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts wurde Schokolade in Apotheken als Stärkungsmittel verkauft.[3]

Ungesüßtes Kakao Pulver enthält 1 bis 3 % Theo bromin, das dem Koffein ähnlich ist; es hat aber eine deutlich andere Wirkung auf den Organismus, da es mild und dauerhaft anregend, aber auch stimmungs aufhellend wirkt. Für Menschen ist dieser Anteil ungefährlich. Weitere Inhaltsstoffe, die in Zusammenhang mit der stimmungsaufhellenden Wirkung von Schokolade gebracht werden, sind unter anderem das Amphetamin ähnliche Phenyl Ethylamin, die Serotonin Vorstufe Tryptophan, ein natürliches Anti Depressivum, und das Cannabinoid Anandamid [4], letzteres ein Derivat der Arachidon Säure, das wie das THC der Cannabis-Pflanze an die Cannabinoid Rezeptoren des Endocannabinoid Systems binden und eine ähnliche Wirkung entfalten kann. Wegen des viel schnelleren Abbaus von Anandamid müsste man jedoch viele Kilogramm Schokolade essen, um einen merklichen Effekt zu erzielen [5], obwohl in Schokolade ferner Substanzen enthalten sind, die den Abbau herauszögern.[6].

Über die Vermutung, dass Schokolade süchtig mache, gibt es einige Abhandlungen.[7] Körperliche Abhängigkeit darf wohl nicht dazu gezählt werden.

Schokolade, insbesondere Bitter Schokolade mit hohem Kakaoanteil, kann nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen den Spiegel an herzschützenden Antioxidantien im Blut für einige Stunden stark anheben. Allerdings wird dieser positive Effekt bei gleichzeitigem Genuss von Milch wieder neutralisiert. Diese Tatsache führt die Forscher zu der Annahme, dass der Nutzen von anderen Antioxidantien reichen Nahrungsmitteln, wie Früchte und grünes Gemüse, ebenso durch die gleichzeitige Aufnahme von Milch zunichte gemacht werden könnte. Bei dem im Falle von Schokolade und Kakao wirksamen Antioxidans handelt es sich um ein Flavonoid namens Epicatechin.[8]

Des Weiteren wurde Kakao eine blutdrucksenkende Wirkung nachgewiesen. Kakaohaltige Schokolade kann in geringen Maße zur Blutdrucksenkung beitragen.

Schokolade enthält über den Kakaoanteil auch CocoHeal, das sich wachstumsfördernd auf Hautzellen auswirkt und damit Wundheilung unterstuetzt, Haut Schäden therapiert, Falten vorbeugt und das Risiko von Magen Geschwüren verringert.

Es gibt Hinweise darauf, dass Schokolade beziehungsweise der darin enthaltene Kakao, karieshemmende Wirkung hat.[9]

Auch die Legende, Schokolade oder Schokoladen Produkten wie Nougat Creme würde Rinderblut beigemengt, findet immer noch Verbreitung. Richtig ist, dass Studien (unter anderem in der DDR) geführt wurden, die daraufhin abzielten, einen Teil der Schokoladen-Grundmasse durch andere Stoffe zu ersetzen. Die EU-Richtlinie 20010/36/EG [10] und die deutsche Kakao- und Schokoladen Verordnung [11] schreiben aber vor, welche Bestandteile in Schokolade enthalten sein dürfen. Blut gehört nach diesen Gesetzen nicht dazu.

Schokolade besteht zu beträchtlichen Teilen aus Fett und Zucker. Schokolade enthält neben anderen Inhaltsstoffen Saccharose (Haushaltszucker, ein Disaccharid), die laut zahlreicher neuer Studien keinen übermäßigen Einfluss auf den Blutglucosespiegel hat. Der glykämische Index (GI) von Schokolade ist mit dem von Roggenbrot vergleichbar und liegt mit 65 im Mittelfeld.



Bei dem in (dunkler) Schokolade enthaltenen Theobromin handelt es sich nach einer im FASEB Journal veröffentlichten Studie aus dem Jahre 2004 möglicherweise um einen Wirkstoff zur Linderung von Hustenanfällen. Allerdings ist nach Ansicht der Forscher die Theobromin-Konzentration in Schokolade viel zu gering, als dass das Naschwerk als wirksames „Hustenmittel“ in Betracht käme.

Die meisten Arten von Schokolade enthalten zwischen 2,1 und 2,5 MJ pro 100 Gramm (500 bis 600 Kilokalorien pro 100 g). Milchschokolade liegt mit 2,3 MJ pro 100 Gramm (550 Kilokalorien pro 100 g) in der Mitte. Das entspricht ungefähr einem Viertel des Tagesbedarfs an Kalorien eines erwachsenen Menschen.

Nach einer Untersuchung der Zeitschrift Ökotest können bestimmte Bitterschokoladen einen erhöhten Cadmiumgehalt haben, was zu einer Gesundheitsgefährdung führen kann.



Inhaltsstoffe

100 Gramm dunkler Schokolade enthalten:

Kohlenhydrate (Zucker): 54 g Lipide (Fette): 27 g Ballaststoffe: 9 g Protein („Eiweiß“): 6 g Wasser: 1 g Mineralstoffe in Ionenform pro 100 g:

Kalium: 400 mg (Tagesbedarf: 2–3 g) Magnesium: 300 mg (Tagesbedarf: 300–400 mg) Phosphor: 280 mg (Tagesbedarf: 1 g) Chlor: 100 mg (Tagesbedarf: 3–5 g) Calcium: 100 mg (Tagesbedarf: 1 g) Natrium: 12 mg (Tagesbedarf: 2–3 g) Eisen: 3 mg (Tagesbedarf: 15 mg) Kupfer: 1 mg (Tagesbedarf: 1,5 mg) Nickel: 0,26 mg (Tagesbedarf: 0,2–0,5 mg) Zink: 0,2 mg (Tagesbedarf: 15 mg) Fluor: 0,05 mg (Tagesbedarf: 1 mg) Iod: 0,005 mg (Tagesbedarf: 0,2 mg)
 

Schokolade und Haustiere



Das Theobromin in der Schokolade kann für Katzen, Hunde und Pferde tödlich sein, da ihr Stoffwechsel es nur langsam abbauen kann. Die Halbwertszeit beträgt beim Hund rund sieben Stunden. Bei diesen Tieren bleibt das Theobromin lange im Blutkreislauf und kann zu Epileptischen Anfällen, Herzinfarkt, inneren Blutungen und schließlich zum Tode führen[12]. Die minimale letale Dosis (tödliche Gesamtmenge an reinem Theobromin) für Hunde beträgt laut der Universität Zürich 100 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Das entspricht in etwa drei Tafeln Vollmilchschokolade oder einer Tafel Zartbitter für einen 10 bis 15 Kilogramm schweren Hund. Ein Hund, der eine entsprechend große Menge Schokolade zu sich genommen hat, sollte innerhalb von zwei Stunden nach der Einnahme zum Erbrechen geführt und zum Tierarzt gebracht werden. Aufgrund unsachgemäßer Verbrauchergewohnheiten und entsprechender Nachfrage sind unterdessen auch spezielle, schokoladenähnliche Futtermittel am Markt (z.B. Hundeschokolade).

Allerdings können Ratten das Theobromin abbauen. Aber bei ihnen kann der große Fettanteil in der Schokolade zu gesundheitlichen Problemen führen. Des Weiteren wurden bei einer Studie von männlichen Ratten pathologische Veränderungen an den Hoden festgestellt. Den Versuchstieren wurde über 30 Tage eine am Körpergewicht gemessen hohe Dosis Theobromin verabreicht.


 

Schokoladen Konsum



Schokoladen konsum pro Kopf in Kilogramm (2005)

Schweiz: 11,9 (2006)
Deutschland: 11,1
Belgien: 11,0
Vereinigtes Königreich: 10,2
Osterreich Österreich: 9,4
Norwegen: 8,5
Danemark Dänemark: 7,7
Frankreich: 6,8
Finnland: 6,8
Irland: 8,8
Schweden: 6,8
Vereinigte Staaten: 5,6
Australien: 5,3
Italien: 4,3
Spanien: 3,1
Niederlande: 2,9
Japan: 2,2




Literatur

Henry Stubbe: The Indian Nectar, or, a Discourse Concerning Chocolata, the Nature of the Cacao-Nut and the Other Ingredients of that Composition Is Examined and Stated According to the Judgement and Experience of Indian and Spanish Writers. J. C. for Andrew Crook, London 1662. Sophie D. Coe, Michael D. Coe: The True History of Chocolate. Thames & Hudson 2000, ISBN 05002812293 Teresa L. Dillinger (u. a.): Food of the Gods. Cure for Humanity? A Cultural History of the Medicinal and Ritual Use of Chocolate. Veröffentlicht im Anhang von „The Journal of Nutrition“. 2000. Stephen T. Beckett: Industrial chocolate manufacture and use. Blackwell Science. (Anmerkung: In Fachkreisen auch bekannt als die Schokoladenbibel), ISBN 97800632054336

Weblinks



Übersee-Museum Bremen zum Thema Schokolade
Webseite des Schokoladenmuseums in Köln
Herstellung von Schokolade
Das Infozentrum Schokolade
Mood state effects of chocolate – Schokolade und die Depression (Englisch, PDF)
Der Konsum von Schokolade aus geschlechtergeschichtlicher Perspektive von Roman Rossfeld, (PDF, 3,8 MB)
Schokolade bei Erowid (englisch)


Einzelnachweise

1. EUR-Lex - 32000L00236 - DE
2. http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/kakaov_2003/index.html, vgl. Pressemitteilung des BMVEL
3. Kraft Foods: Der junge Philippe Suchard
4. Brain cannabinoids in chocolate; Emmanuelle di Tomaso, Massimiliano Beltramo & Daniele Piomelli; Nature 82, 677 - 678 (22. August 1996); doi:10.10338/2382677a0
5. Anandamid - macht Schokolade high?
6. Reply: Trick or treat from food endocannabinoids?; Massimiliano Beltramo and Daniele Piomelli; Nature 396, 636-637 (17 Dezember 1998); doi:10.1038/25270
7. Fulton J. (u. a.): Effect of chocolate on Acne Vulgaris. Am. Med. Assoc., Vol.210,S.2071–2074 und M. Schuman (u. a.): Sweets, chocolate, and atypical depressive traits. nervous & mentals disease,Vol.175,S.491–495
8. Nature, Vol.424,S.1013(2003))
9. V. J. Paolino: The effect of cocoa on dextransucrose activity in Strep. Mutans. Vortrag vor der Int. Assoc. for Dental Research. 1978, siehe auch W. Krämer
und G. Trenkler: Lexikon der populären Irrtümer. Piper Verlag
10. EUR-Lex - 320000L00036 - DE
11. KakaoV 2003 - nichtamtliches Inhaltsverzeichnis
12. http://www.uni-leipzig.de/



 
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Dieser Text steht unter GNU Lizenz für freie Dokumentation. Quelle:wikipedia > Schokolade 

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